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Rosendinner

Artikel aus dem Magazin HIGHsociety Rems-Murr Dezember Ausgabe 4/2008

 

DIE ROSEN BITTEN ZU TISCH

 

Das jüngste seiner Gewächshäuser war nicht wieder zu erkennen: weiß eingedeckte Tische, dezente Beleuchtung und Rosendekoration in den Farben Rosa ud Creme. Ob als Schwimmkerze, einzelne Blume, kleiner Strauß oder in losen Blättern - die Rose dominierte den Raum. Ein leicht betörender Duft lag in der Luft und versprach einen verheißungsvollen Abend.

 

Rosenzüchter Peter Schwarzkopf (46) hatte gemeinsam mit dem Restaurant Eduard M. des Classic Congress Hotels in Fellbach zum jährlichen Rosendinner in sein schönes Gewächshaus geladen. Wer dabei sein wollte, zahlte € 62,50 für ein 4-Gänge-Menü und einen Rosenblütensecco als Apéritif. Die rund 120 Karten für diesen Event waren schnell vergriffen. Neben der Kaminbau-Firma Schrage, die gleich mit 20 Personen an diesem Abend teilnahm, waren auch Rudolf Oettinger mit seiner Frau, Chef der Holzbaufirma Oettinger, sowie der Geschäftsführer der Fellbacher Weingärtner, Rolf-Dieter Hess und Gattin unter den zahlreichen Gästen. Dass die Veranstaltung jedoch keine reine Fellbacher Angelegenheit war, bewiesen die unterschiedlichen Kennzeichen der Autos, die vor dem Gewächshaus parkten. Bis aus Aalen kamen manche Gäste eigens für das Rosendinner angefahren.

 

Der Ausflug hat sich gelohnt. Vor dem ersten Gang "Herbstliche Salate mit Rosenessig-Vinaigrette und geschmorten Kalbsbäckchen an Vanillejus" stimmte Peter Schwarzkopf seine Gäste mit Poesie auf den rosigen Abend ein.

 

"Der Rosen süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen - und wer sich mit dem Duft begnügt, den wird ihr Dorn nicht stechen." Ob Peter Schwarzkopf mit dem Vers von Friedrich von Bodenstedt an den Rosendieb appelierte, den er wenige Tage zuvor nach dessen mehrmaligem Rosenklau im Wert von rund 500 € stellte, ließ er dabei jedoch offen. Den Gästen jedenfalls war es egal, sie ließen sich auch die weiteren Gänge schmecken. Auf die Tomatenkraftbrühe mit Basilikumklößchen und Rosenblättern folgte zarter Hirschrücken mit Kakaobohnenkruste an Rosensirup-Honigsauce mit Brokkolipüree und Schupfnudeln. Zwischen den Gängen bis hin zum krönenden Abschluss mit Crème brûlée von Heckenrosen mit Espressoeis sorgte eine Klavierspielerin der Stuttgarter Saloniker mit Musik im Stil der 20er Jahre für einen stimmungsvollen Rahmen. Auch wenn mancher sich noch etwas beschwingtere Musik gewünscht hätte, tat das dem Abend keinen Abbruch. Satt und zufrieden traten die meisten Gäste erst nach Mitternacht den Heimweg an.

 

Dass der Abend ein Erfolg wurde, dafür sorgte auch das elfköpfige Team vom Eduard M. unter der Regie von Veranstaltungsdirektorin Susanne Walther. Insgesamt sieben Kellner bewirteten aufmerksam die muntere Gästeschar. Und dass das Essen pünktlich und noch warm auf den Tisch kam, dafür zeichneten die vier Köche verantwortlich, die an diesem Abend unter erschwerten Bedingungen harte Arbeit leisteten. Zwar kochten sie nicht selbst, denn das Essen wurde bereits im Restaurant vorbereitet und in Containern per LKW direkt in die Rosenproduktionsstätte geliefert. Aber sie mussten die Teller flink und vor allem appetitlich anrichten. Das Ergebnis konnte sich wahrlich sehen lassen und die Gäste spendeten lang anhaltenden Applaus.

 

 

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